Seit Tausenden von Jahren gehört Bier zu den beliebtesten Getränken der Menschen. Lange vor Christus ist die Tradition des Bierbrauens und Biertrinkens bereits historisch belegt, und bis heute wird sie mit viel Liebe gepflegt.
Das Ur-Bier entstand wahrscheinlich um 8000 v. Chr. aus einem Stück Brot, das feucht wurde und zu gären begann. Schon bald verstanden es gewisse Stämme in Vorderasien Ur-Bier aus Gersten- und Weizenteigfladen herzustellen.
Die Sumerer könnten die ersten Bierbrauer gewesen sein. Sie lebten zwischen dem 4. Jahrtausend und dem Jahr 1800 v. Chr. in der Gegend von Gilgamesch kannten bereits verschiedene Biersorten. Vor rund 6000 Jahren überlieferten sie das erste Dokument eines Brauverfahrens zu einem Bier mit Namen «Kasch» oder «Bufa».
Um 2000 v. Chr. übernahmen die Babylonier die Macht. Sie führten die Biertradition mit bis zu 30 verschiedenen obergärigen Bieren weiter.
Und auch die Ägypter waren um 1500 v. Chr. mit der Braukunst vertraut wie aus Hieroglypenschriften dokumentieren. Die 8 Sorten Normal- und Starkbiere – «Hek», das Brot oder Nahrung bedeutet, genannt – wurden zum Teil mit Safran oder Anis gewürzt und schmeckten oft süss. Auch die Damen tranken Bier.
Über die Germanen schreibt ein römischer Geschichtsschreiber um 50 n. Chr.: Sie konnten Hunger und Kälte ertragen, nicht aber den Durst. Bei den Kelten in der römischen Provinz Gallien tranken die römischen Legionäre Gerstenbier «Corma», das sie aus Kürbisschalen tranken.
Frauensache war Bierbrauen im Mittelalter um 500. Um die Jahrtausendwende brauten vorwiegend die zahlreich aufkommenden Klöster. Um 1000 waren über 100 Mönche im St. Galler Kloster die ersten Bier-Grossproduzenten. In den Klöstern galt um 1100 die Regel «Flüssiges bricht das Fasten nicht». Mönche und Nonnen ernährten sich also trotzdem in der Fastenzeit mit «flüssigem Brot». Bier wurde auch im medizinischen Sinne geschätzt und auch als Heiltrank erklärt. Im Hochmittelalterlichen Deutschland gab es mindestens 500 Klosterbrauereien und jede stellte ein anderes Bier her.
Und wer ist denn nun Erfinder des Bieres? Für die Sumerer war es die Fruchtbarkeitsgöttin Nin-Harra, für die Ägypter Isis und Osiris. Die Abendländer um 1600 glaubten an einen Herrn Gambrinus. Dieser könnte im 9. Jahrhundert der Leib-Bierbrauer Karls des Grossen gewesen sein oder ein gewisser «Jan Primus», ein flämischer adliger Minnesänger im 13. Jahrhundert. Er bleibt indes doch nur eine Sagengestalt.
Um 1700 bewilligte der Kanton Bern die gewerbsmässige Herstellung von Bier und um 1800 machte Friedrich Wilhelm I. das Bier hoffähig. Sein Sohn, Friedrich der Grosse, erlernte das Brauhandwerk schon in jungen Jahren. 1875 wurde die Kühlmaschine erfunden und die Bierqualität konnte konstant gehalten werden. Das erste Bier in Flaschen in der Schweiz gab es 1892.
Wie das Korn langsam aus Monstein verschwand
Fast so alt wie die Siedlung selber ist der Anbau von Korn in Monstein. Zwei Drittel aller Äcker unter dem Bord der neuen Fahrstrasse über Taverna und Rotsch waren bis deren Bau im Jahre 1892 mit Gerste bepflanzt. Aus dem Mehl bereiteten die Frauen in ihren riesigen Backöfen in der Stube oder im Backhaus Brot. Mit dem Kornbau entstanden auch in Monstein vier Mühlen, die älteste um 1280. Mit der einfacheren Zufuhr von Mehl nahm der Anbau von Gerste ständig ab. Nur während des Zweiten Weltkriegs erlebte er nochmals eine kurze Hochkonjunktur.
Traditionelles Brauen in Graubünden
Das erste Bier wurde in Alt Fry Rätien in Klöstern gebraut. Z.B. in Susch betrieben Benediktinermönche eine Bierbrauerei. 1726 ging die Brauerei in den Besitz der Familie von Planta, wurde aber 1917, noch vor dem Ende des ersten Weltkrieges, stillgelegt und liquidiert. Die Brauerei Davos, die 1881 durch Johannes Fleisch gegründet und 1902 eine Aktiengesellschaft wurde, zerstörte 1922 erst eine Lawine, dann wurde sie wieder aufgebaut und der Betrieb später von der Rhätischen Aktienbrauerei in Chur eingestellt.
Viele Jahre später – 2001 – wird in Monstein die höchstgelegene Brauerei Europas eröffnet.
2001 – die alte Sennerei bekommt eine neue Zukunft.
1901 beschlossen die Monsteiner innert Jahresfrist auf der Hofstatt eine neue Sennerei zu bauen. Damit war der Zweck des neuen Gebäudes festgelegt. Während 1938 200'000 Liter Milch zu 20'000 kg Monsteiner Käse verarbeitet wurden, musste 1957 der Betrieb aus finanziellen Gründen eingestellt werden. Fast 50 Jahre war es still. Einige aktive Dorfbewohner wollten das mittlerweile 100-jährige Sennereigebäude nicht nur retten, sondern auch wieder zu neuem Leben erwecken und die damals höchstgelegene Brauerei Europas darin einrichten. Eine umfangreiche Marktstudie stellte dem Vorhaben günstige Prognosen. Überdies zeichnete die Forschungsanstalt der Schweizer Bierbrauer das Monsteiner Wasser mit dem Prädikat hervorragend aus. So fand im Oktober 2000 die Gründung der BierVision Monstein AG statt und dem Umbau stand nichts mehr im Weg. Während der folgenden Wintermonate auf 1627 Meter ü.M. entstand ein Produktionsbetrieb, der erlebnisreiche Veranstaltungen rund um’s Bier anbietet.
Heute braut die BierVision Monstein AG aus kristallklarem Monsteiner Quellwasser, Schweizer Hopfen und würzigem Malz Monsteiner Bierspezialitäten. Innovative Davoser Betriebe haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen und produzieren aus dem Malztreber, Bier und den Zutaten der Bierherstellung unter der Marke «Monsteiner» weitere ausgezeichnete Spezialitäten der Landschaft Davos.








